Sind Unternehmen für Consumer-HW-Hersteller noch relevant?

Samsung bietet mit Knox eine Reihe von Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen für Unternehmen. Apple bietet ähnliches als Teil von iOS. Ausgereifte Funktionen, welche viel Entwicklungsarbeit bedingen. All dies um im grossen Markt der Unternehmensinformatik einen Stand zu haben. Moment, gross?

Welches waren denn letztzhin grosse Unternehmensbeschaffungen über die berichtet wurde:

120’000 iPads, 100’000 iPhones und 200’000 iPod Touches für die amerikanische Armee

Barclays Bank kauft 8’500 iPads

Es gibt weitere. Meist in der Grössenordnung 10’000 bis 100’000.

Dem Gegenüber stehen die Gesamtverkäufe der grossen Hersteller Apple und Samsung:

Samsung Electronics Co Ltd sold a record 86 million smartphones in the fourth quarter

via Reuters

The Company sold 51 million iPhones, an all-time quarterly record, compared to 47.8 million in the year-ago quarter.

via Apple

Fünfzig bis achtzig Millionen Geräte innerhalb von drei Monaten.

Vermutlich haben sich die Machtverhältnisse geändert. Consumer-Informatik beherrscht den Markt. Sie ist in Unternehmen omnipräsent. Zu guter Recht. Sie ist fähig genug um in den meisten Unternehmen eingesetzt zu werden. Sie ist leistungsfähiger als es Enterprise-Services und Geräte damals waren. Meist auch günstiger.

Und es ist ja kein Problem dank den oben erwähnten Unternehmensfunktionen.

Dies könnte sich längerfristig allerdings ändern. Unternehmensfunktionen zu entwickeln ist ungleich aufwendiger als deren Pendants für Consumer. Verschlüsselung, Schnittstellen für MDM, Backup, etc. Wie lange leisten sich die Hersteller wie Apple und Samsung diesen Luxus noch? Eine Frage die sich schwer beantworten lässt, der man sich aber nicht blind verschliessen sollte. Unternehmen sind nicht mehr das goldene Kalb das sie mal waren. Ein Unternehmenseinsatz sicherte bisher längerfristige Einnahmen für Hersteller (hallo Mainframe). Dies ändert sich aber. Mit der ‘Consumerization’ drängen immer mehr Consumer-Services und -Endgeräte in Unternehmen. Und selbst die vom unternehmen geprüften und bereitgestellten Services und Endgeräte unterliegen inzwischen kürzeren Release-Takten. Die Austauschbarkeit von Services wird wichtiger. Dem Gegenüber entwickelt sich der Consumer-Markt der vielleicht für Hersteller noch viel interessanter wird. Dann kann es zu der Gretchenfrage kommen: Knox 3.0 — Ja oder Nein.

Wo stehen wir dann mit unseren Sicherheits- und Betriebskonzepten? Sind wir bereit um vollständig in einer ‘consumer driven world’ aufzublühen?