UX = User Expectance

Ich beobachtete eine Szene in meinem morgendlichen Transport von Murten nach Bern. Im Lötschberger der BLS öffnete ein älterer Herr die Türe zur ersten Klasse durch Druck auf den dafür vorgesehenen und reichlich markierten Knopf. Eine User Experience die ich als leicht besser taxiere als das komische Fuchteln das man auf den längeren Strecken der SBB in den Doppelstöckern jeweils beobachten kann1.

Beim Schliessen der Türe geschah aber das Verwunderliche. Der Herr versuchte wie wild, mit diversen Manipulationen des Knopfes und sogar dem Versuch physischer — na ja Gewalt zu schreiben wäre in seinem Alter etwas übertrieben — physischem Effort, die Türe wieder zu schliessen. Völlig zwecklos und unnötig. Die Türe schliesst sich nach einer kurzen Wartezeit von selber wieder.

Hier kommt die Erwartung in die User Experience hinein. Was der Anwender erwartet ist ein grosser Teil dessen was er als positiv, als einfach wahrnimmt. Entspricht man diesen Erwartungen nicht, kann ihn das mehr verwirren als helfen2.

Ich sehe das UX-Diagramm in der Gestaltung des Tür-Mechanismus förmlich vor mir:

Klassischer Weg

Neuer, einfacherer Weg

Alle Daumen hoch. Leider nicht immer. Nicht bei allen.